Bald klappert das Mühlrad

Zeitungsartikel | Besondere Anlässe, Vereine | Freitag, 27 Juni 2003

Fachleute aus Sachsen rekonstruieren eine wasserangetriebene Mehlmühle

Das Golddorf Windeck wird nun um eine weitere Attraktion reicher

Von Harald Röhrig

Windeck – Auf halber Strecke zwischen Heimatmuseum und Windecker Burgruine wird in einer historischen Scheune eine Mehlmühle rekonstruiert. Dort soll schon in den nächsten Tagen ein Mühlrad romantisch klappern, das mit Wasser aus dem Dorfteich angetrieben wird. Am Gemeinschaftsprojekt in dem Dorf, das zu den schönsten im Kreis zählt und das bereits mit Goldmedaillen ausgezeichnet wurde, wirkten neben dem Förderverein des Heimatmuseums die Gemeinde und der Wasserverband des Kreises mit. Außerdem gibt es Zuschüsse vom Amt für Agrarordnung in Höhe von 33.000 Euro, die Gesamtkosten werden über 70.000 Euro betragen. Die Wassermühle hat auch geschichtliche Bezüge. Museumsleiter Bruno Althoff fand heraus, dass wenige Meter neben dem auserkorenen Standort früher bereits eine Mühle existiert haben muss, die mit Wasser aus einem Weiher neben Althoffs Haus angetrieben wurde.

Viele Hände packten an beim Aufbau des Mühlrades an der über 200 Jahre alten Scheune in Altwindeck, die für 15 Jahre von der Gemeinde angepachtet wurde.

Zwar wird das vier Meter hohe und 2,6 Tonnen schwere Mühlrad von einer Fachfirma aus Mulda bei Dresden aus neuem Lärchenholz gebaut. Die Eisenteile an den Scheiben, das Kammrad und ein kleines Kegelrad stammen jedoch aus der Irsermühle von Müllermeister Aloys Schneider. „Damit haben meine Eltern damals gearbeitet“, bestätigt der Experte von der Deutschen Mühlen-Gesellschaft, der das Altwindecker Projekt ehrenamtlich mit betreut. Die alten Teile wurden in Mulda aufgearbeitet und dann vor Ort in Altwindeck eingebaut. Die Mühlenbauer aus Sachsen verfügen über eine große Erfahrung. Die Firma Schumann wird schon seit mehr als 120 Jahren in der vierten Familien-Generation geführt.

Die Technik für die Mehlmühle ist historisch: Kammrad und Kegelrad stammen aus der Irser Mühle und sind über einhundert Jahre alt.

So stellte denn auch die Arbeit an der Mehlmühle in Altwindeck die Fachleute nicht vor unlösbare Probleme, obwohl die Stellung der insgesamt 44 Schuffeln im Mühlrad der verfügbaren Wassermenge genau angepasst werden mussten. Der Altwindecker Bach, der den Dorfteich speist, führt im Sommer nicht all zu viel Wasser. Trotzdem soll das Rad der Mühle ständig laufen. Es wurde von den Experten so zusammengebaut, dass schon die Flüssigkeitsmenge aus einem Gartenschlauch ausreicht. Falls in der Mühle Korn gemahlen werden soll, kann die Wasserzufuhr problemlos erhöht werden. Schneider bezeichnet den Standort für die Rekonstruktion, für den sich auch der ehemalige Beigeordnete Hans Mar besonders einsetzte, als ideal.

Quelle: Rhein-Sieg-Anzeiger vom 27. Juni 2003
Bilder: Harald Röhrig

 

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Im Thal Windeck 6
Windeck, Nordrhein-Westfalen.
Deutschland ,51570

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