Das starke Augengedächtnis von Karl Christian Peters
Das starke Augengeächtnis des Karl Christian Peters
01.11.1944 von Sylvia Schmidt


Zwei Selbstbildnisse von Karl C. Peters.
Karl Christian Peters aus Schladern war ein hochbegabter Künstler. Der Zweite Weltkrieg war sein Schicksal, der sein junges Leben beendete und einen großen Teil seiner Werke zerstörte. Die Werke, die im Krieg unversehrt geblieben waren, machten die Erben der Schladerner Familie Döring erstmals bei einer Ausstellung im Kreishaus in Siegburg im Jahr 1988 der Öffentlichkeit zugänglich. Im Jahr 2017 waren in der evangelischen Friedenskirche in Schladern 30 der selten zu sehenden Porträts, Bilder, Skizzen und Zeichnungen zu bewundern.


Zwei Frauenakte von Karl C. Peters, das erste mit Spiegelung der Kirchenfenster in der Friedenskirche in Schladern.
Karl Christian Peters kam im Jahr 1911 in Duisburg-Ruhrort zur Welt. Nachdem der Vater im Ersten Weltkrieg gefallen war, zog die Mutter, Auguste Peters, mit ihren drei Kindern wieder in ihren Heimatort Schladern. Nach dem Abitur studierte der begabte junge Mann an den Kölner Werkschulen und der Akademie der Bildenden Künste München. Der Kölner Stadt-Anzeiger beschäftigte ihn als Illustrator für das Feuilleton. Vom Kölnische Stadtmuseum erhielt er Aufträge für Zeichnungen und Bilder aus dem rheinischen Volksleben. Ganze Räume soll er dort ausgemalt haben, die im Krieg ebenso zerstört wurden wie die Fresken, die er im Raum Siegburg in Schulen und öffentlichen Gebäuden ausgeführt hatte. Bei der ersten Ausstellung im Kreishaus berichtete Schulfreund Robert Seinsch in seiner Laudatio: "Sein Augengedächtnis war so stark, dass er Körperformen und Bewegungen von Menschen und Tieren Stunden, ja Tage nach der Beobachtung draußen oder im Raum genau aufzeichnete."
Im Sommer 1940 war Karl Christian Peters eingezogen worden. Im Zweiten Weltkrieg wurde er verwundet. In Lazaretten und Genesungskompanien nutzte er seine Freizeit zur Arbeit an vielen Zeichnungen und Aquarellen. Im Herbst 1944, erneut schwer verletzt, starb er im November 1944 an den Folgen.
Heute war ich auf Hausbesuch in Altwindeck, dort hingen diese vier Bilder von Karl Peters, die ich abfotografiert habe.




Text und Fotos: Sylvia Schmidt