Carlhanns Damm ein erfolgreiche Locher
Carlhanns Damm ein erfolgreiche Locher

von Johan Steenhoek und Sylvia Schmidt
Das erste Haus, besser gesagt die Villa, die man auf der rechten Seite der Locher Straße sieht, wenn man von Hurst herkommt, liegt etwas versteckt hinter Bäumen im Tal des Locher Siefens. Es handelt sich um ein imposantes Haus mit einem beeindruckenden Grundstück, das eine ebenso beeindruckende Auffahrt hat, die nur von der Straße Zur Hardt aus zu erreichen ist.
Foto: Johan Steenhoek
„Mesa Verde" ist der Name des Grundstücks und stammt aus dem Spanischen. Es bedeutet wörtlich übersetzt "grüner Tisch". Mesa: Tisch oder Tafel, im geografischen Kontext auch eine flache, tafelartige Hochebene. Verde: Grün. Der Name bezieht sich auf eine Hochebene oder ein Plateau, das mit grüner Vegetation bedeckt ist. Der Begriff ist vor allem durch den Mesa-Verde-Nationalpark in Colorado, USA, bekannt.

Foto: Johan Steenhoek
Der Name 'Mesa Verde' passt gut zu diesem Grundstück, das sich von der Locher Straße bis zur anderen Seite der Hardt erstreckt. Hier leben Tiere wie Rotwild, Pferde, Heidschnucken und Schafe, die sich an diesem 'grünen Tisch' gütlich tun. Die Anzahl der Tiere hat sich im Laufe der Jahre jedoch stark reduziert. Von den ursprünglich neun Lamas waren im Winter 2022 nur noch zwei am Leben, und auch diese sind mittlerweile gestorben.

Die letzten beiden Lamas sind hier noch auf einem Bild aus dem Dezember 2022 zu sehen.
Foto: Johan Steenhoek
Das Haus Locher Siefen 1 wurde von der Familie Weiper gebaut. Danach wurde es von einem Zahnarzt aus Köln übernommen, der das Haus um eine Kapelle und einen Turm erweiterte. Es wurde als Wochenendhaus genutzt, und Eugen und Inge Klüser arbeiteten für diese Familie.
Später, als das Haus von der Familie Bernard Rolvering bewohnt wurde, brannte es dort einmal, wurde aber anschließend vollständig renoviert.
In 1988 erwarb der AEG Top-Manager Carlhanns Damm das Anwesen als Kreativ-Zentrum für Kunden und Gäste von AEG aus aller Welt. Neben dem Wohnhaus wurde eine alte Kapelle als Tagungs- und Speiseraum für die vielen Gäste wieder aufgebaut. Auf den angrenzenden 16 Hektar umfassenden Wiesen, Wäldern und Schluchten mit 43 Quellen und einem Bachlauf von einem Kilometer Länge verwirklichte er nach und nach einen alten Kindheitstraum vom Leben in der Natur mit vielen Tieren.
Es ist schon einige Jahre her, dass Monika und Carlhanns (Charly) Damm nach Charlys Renteneintritt dann dauerhaft dort wohnten. Monika, ebenfalls eine Tierliebhaberin, kümmerte sich zusammen mit Carlhanns liebevoll um die Tiere. Manchmal setzten Menschen einfach Tiere über den Zaun, wenn sie keine Lust oder kein Geld mehr hatten, sich selbst um sie zu kümmern. Das hat Monika oft gestört, denn so sollte man nicht mit Tieren umgehen. Es ist offensichtlich, dass das große Grundstück mit den Tieren und dem geräumigen Haus viel Arbeit bedeutet. Unterstützung dafür kommt von der anderen Seite des Dorfes, genauer gesagt vom ersten Haus auf der linken Seite, wenn man von der Silberhardtstraße in die Locher Straße fährt. Dort wohnt die Familie Kerper.
Hartmut und seine beiden Söhne, Manuel und Stephan, sind fast jeden Samstag vor Ort, um Zäune zu reparieren, zu mähen oder andere Arbeiten zu erledigen. Für das Füttern der Tiere sind wiederum andere zuständig.
Charly Damm war Vorstandsvorsitzender der von Electrolux übernommenen AEG Haushaltsgeräte AG. Parallel zu seiner beruflichen Laufbahn engagierte sich Damm beim Bund Deutscher Werbeberater (heute Deutscher Kommunikationsverband), dessen Präsident er wurde. Für sein Schaffen wurde Damm unter anderem mit der Dr. Kurt Neven DuMont Medaille, dem Deutschen Marketing-Preis (für AEG) und als Ökomanager des Jahres ausgezeichnet. Am 1. April 1982 gründete er die Werbeagentur INEX, die später als DAMM und derzeit als DAMM & BIERBAUM firmiert. Die Agentur wird von einem seiner Söhne geleitet. Monika und Charly zogen nach dem Verkauf ihres Hauses nach Koblenz, wo Charly, der bereits krank war, am 29. August 2017 verstarb. Quelle: Wikipedia
Als Charly und Monika aus dem Haus zogen und die Familie Gerdes es übernahm, lud die Familie Damm alle Dorfbewohner in die Bachmühle zu einem Essen ein. Damit wollten sie den Abschied von Loch feiern und die neuen Bewohner des Hauses den Dorfbewohnern vorstellen.
Ein Paradies für Tiere
(von Sylvia Schmidt für Stadt Magazins Eitorf geschrieben in 2003)
Wer Träume verwirklichen will, muss wacher sein und tiefer träumen als andere (Karl Foerster).
Gemächlich und friedlich trottet eine Lama-Herde über einen sanften, kargen Hügel. Wie ein eingepasster Scherenschnitt scheint sie mit dem Horizont zu verschmelzen. Die Szene könnte man sich eher im Morgenland vorstellen, aber ich befinde mich im wintergrünen Windecker Ländchen auf dem Anwesen „Mesa Verde“ von Carlhanns Damm.
Im Jahr 1988 erwarb der ehemalige Top-Manager das Anwesen mitten im Wald als Kreativ-Zentrum für Kunden und Gäste aus aller Welt. Neben dem Wohnhaus wurde eine alte Kapelle als Tagungs- und Speiseraum für die vielen Gäste wieder aufgebaut. Auf den angrenzenden 16 Hektar umfassenden Wiesen, Wäldern und Schluchten mit 43 Quellen und einem Bachlauf von einem Kilometer Länge verwirklichte er nach und nach einen alten Kindheitstraum vom Leben in der Natur mit vielen Tieren. Unvergesslich bleiben Carlhanns Damm die Erinnerungen an die Wochenenden bei den Großvätern auf dem Lande. Erst neulich fand Carlhanns Damm seinen Wunschzettel aus dem Jahr 1943. Damals sollte ihm das Christkind eine Wiese mit Pferdchen und Kühen und ein Pferdchen am Wagen bescheren. Und was ist daraus geworden? Im Augenblick tummeln sich auf den weitläufigen Wiesen acht Lamas, 27 Stück Damwild, 14 Heidschnucken und Ziegen, zwei Esel, 22 Islandpferde, ein weißer Hollandschimmel, Enten, Gänse, Katzen und ein gehbehinderter Pfau. Tiere, die das ganze Jahr im Freien gehalten werden können.

Foto: Sylvia Schmidt

Foto: Sylvia Schmidt
Das erste Lama brachte C. Damm 1993 aus dem Nürnberger Zoo mit. Aufgrund der Finanzlage war die Stadt damals gezwungen, den Zoo zu verkleinern. Damm war gerade bei der Öko-Linie der AEG-Hausgeräte in Nürnberg als Vorstandsvorsitzender von World Wide Fund for Nature (WWF) und der Zeitschrift Capital zum „Öko-Manager des Jahres“ ernannt worden. Er nutzte seine Kontakte und schuf die Initiative „Industrie für den Nürnberger Zoo“. Jede beteiligte Firma übernahm für ein Jahr die Kosten für das Futter einer Tierart. Ein kleines Lama fand auf „Mesa Verde“ ein neues Zuhause. Die Haltung der Tiere aus dem Hochgebirge ist problemlos, sie sind mit Gras, Heu und Mineralstoffen zufrieden und bekommen nur im Winter ein Zusatzfutter.
Als nächstes statten wir dem friedlich grasenden Damwild einen Besuch ab, misstrauisch beäugen sie den fremden Besuch und lassen sich nur von ihrem Besitzer mit Leckereien locken. Die Islandpferde haben keine Kontaktschwierigkeiten. Schnell sind wir dicht umringt. Fotos zu machen ist schwierig, denn die Kamera ist von größtem Interesse. Carlhanns Damm kontrolliert die Wassertränken der Tiere, er legt größten Wert auf Sauberkeit im Umgang mit den Tieren. Man sieht es den Unterständen und dem Gelände an, dass die Tiere hier beste Bedingungen vorfinden, das geht bis zum temperierten Wassertrog im Winter.
Demnächst kommen weitere Pferde für die Zucht hinzu. Unterwegs erfahre ich, dass helfende Hände aus dem Ort auf dem Hof mit anpacken, denn berufliche Pflichten, die Spaß machen, hat Carlhanns Damm beibehalten. Ein ehemaliger Bauer aus der Nachbarschaft versorgt die Tiere, wenn der Hausherr keine Zeit hat. Wir sind bei den Ziegen, den Heidschnucken, bei Max und Zino, den beiden Eseln angekommen. „Wenn die Pflaumen reif sind, ist es ein Vergnügen zu sehen, wie die Ziegen die Esel an die Bäume treiben, um auf deren Rücken zu springen und die Pflaumen zu ernten“, so der Hausherr. Die Tiere sind so zutraulich, dass es schwerfällt, weiter zu gehen. Alle wollen gestreichelt werden. Man spürt die Zuneigung, die der Hausherr seinem lieben Vieh zukommen lässt. Auf seinen Individual-Reisen in alle Kontinente, oft mit dem eigenen Sportflieger, ist sein Respekt vor dem Zusammenleben der Tiere gestiegen. C. Damm hat mehrere Wüsten durchquert, Naturvölker und Tierreiche besucht und seine Eindrücke in Reisebüchern festgehalten. 70.000 Dias werden wohl auch weiterhin darauf warten, sortiert zu werden. Unsere letzte Station liegt bei dem wunderschönen blaugefederten Pfau mit dem kranken Bein, Enten und Gänse schnattern um unsere Füße.
Mit 18 Jahren fasste Carlhanns Damm den Vorsatz: „Ich möchte so leben, dass ich es mir leisten kann, jeden Tag zu sterben, ohne etwas versäumt zu haben.“ Er hat sich darangehalten und viele seiner Träume wahr gemacht.
Im Herbst / Winter 1995 erschien folgendes Artikel in das Magazin Menstyle

Foto: Menstyle
Er liebt das Unkonventionelle. Und er ist ein ausgesprochener Perfektionist. Obwohl manche der Aufgaben, mit denen sich Carlhanns Damm beschäftigt, so ungewöhnlich, so innovativ und so vorausschauend ist, daß perfekte Lösungen da und dort doch einer Politik des ersten Schrittes in die richtige Richtung weichen müssen. Vor allem das Engagement für ein ökonomisch und ökologisch sinnvolles Wirtschaften hat den Vorstandsvorsitzenden der AEG Hausgeräte GmbH in Nürnberg zum Vorreiter einer neuen Generation von Topmanagern werden lassen. Dabei ist sich Carlhanns Damm des Grenzganges zwischen zwei Welten und der dabei nicht selten widerstreitenden Interessen durchaus bewußt. „Zukunft braucht zwar Herkunft, also reflektierte Erfahrungen aus der Vergangenheit, ist aber oft genug ein Abbild der Wünsche, die sich in unseren Köpfen als immaterielles Zukunftsbild gleichsam schon geformt haben und nun noch der Verwirklichung bedürfen“, meint Carlhanns Damm. Deshalb brauchte es vor etwa einem Jahrzehnt schon den ganzen Mann, um damals noch als Berater bei AEG Hausgeräte nach dem Vergleich der ehemaligen Konzernmutter AEG AG in Frankfurt bei der Tochter AEG Hausgeräte in Nürnberg den Trend wieder hin zum Positiven umzukehren.
„Umweltaspekte waren in der wenig am Marketing und an der Kommunikation orientierten Branche der sogenannten Weißen Ware damals völlig neu und ungewöhnlich“, erinnert sich Carlhanns Damm. Deshalb mußte seine Idee von den Strom, Wasser, vor allem aber zunächst Reinigungsmittel sparenden Hausgeräten auch hausintern erst manifestiert werden.

Foto: Menstyle
Die Entwicklungsabteilungen hatten solche Geräte bereits erdacht. Für Vermarktung und Vertrieb zumal unter den modifizierten und durch Hinzufügung der Vorsilbe „Öko“ auch eindeutigen Gattungsnamen „Öko-Lavamat“, „Öko-Favorit“ und - später „Öko-Santo“ - galt es jedoch noch Widerstände zu brechen. Große Entscheidungen dieser Dimension konnte letztlich auch nur ein einzelner Mann nach Abwägung aller Risiken und Chancen treffen. Carlhanns Damm setzte sich mit der vorausschauenden Idee durch und setzte konsequent über mehr als ein Jahrzehnt hinweg um. Heute ist Umweltschutz bei AEG Hausgeräte ein in die Unternehmenszielsetzung nicht nur aufgenommenes, sondern wahrlich integriertes Ziel. „Denn wo Öko drauf steht, muß auch Öko drin sein“, fordert Damm. „Sonst ist es bei der Gottseidank kritischen und aufgeklärten Öffentlichkeit, die Umwelt mehr und mehr als wertvolles Gut begreift, allzu rasch mit der Glaubwürdigkeit vorbei.“
Der Autofan, Hobbyflieger und Tierzüchter wandelte sich zum Perfektionisten in Sachen integrierter Umweltschutz. Selbstkritisch räumt Damm ein, daß ihn Beruf und Zeitknappheit zwingen, allzu viele Kilometer noch mit Auto und Flugzeug zurückzulegen. Im Auto, weil häufig nachts und nach Terminen noch zurück nach Nürnberg, dem Firmensitz von AEG Hausgeräte, gefahren wurden muß, wo unerbittlich früh schon wieder Geschäfte auf der Tagesordnung stehen, selbst wenn der letzte Abendtermin bis nach dem letzten Zeitzeichen der Fernsehuhr der Tagesthemen gedauert hat. Und das Flugzeug ist bei zunehmend internationalem Geschäft unvermeidlich, da etwa die Hälfte des Umsatzvolumens von 2,6 Milliarden DM als Hausgeräte „Made in Germany, vor allem in das westeuropäische Ausland verkauft wird. Denn Hausgeräte aus Deutschland haben dort einen guten Ruf. Auch ein Grund dafür, daß AEG mit an der Spitze der deutschen Hersteller in diesem Segment steht. Um hier für die ferne Zukunft vorzubauen, hat Carlhanns Damm die AEG Hausgeräte in den weltgrößten Anbieter von Weißer Ware eingebracht, die A. B. Electrolux in Stockholm. Seither sind internationale Strukturen und nationale Kulturen bei dem Unternehmen mit Fertigungsstandorten in Deutschland angesagt. Lediglich eine starke Marke „AEG“ kann die Zukunft sichern, weiß Carlhanns Damm. Und eine starke Marke im paneuropäischen Geschäft fehlte dem Riesen Electrolux noch. Durch das starke Inlandsgeschäft in Deutschland konnte AEG Hausgeräte-Produkte bisher Marke machen; immerhin ein Viertel des Großgerätegeschäftes von Electrolux in Europa stammt von dort – ein weiterer Fleck auf der strategischen Landkarte des über Mergers & Acquisitions in den vergangenen zehn Jahren dramatisch gewachsenen Weltmarktprimus. Um die starke Marke AEG weiter auszubauen und zu stützen, wird dieses Geschäft eigenverantwortlich und eigenständig weitergeführt. Auch das Thema Umweltschutz und das damit verbundene erfolgreiche Ökomarketing war für Electrolux an dem neuen Mitglied der Familie interessant, denn der Konzern will weltweit auf diese Linie einschwenken. Daß AEG dabei dennoch als ökologischer Vorreiter an der Spitze bleiben will, versteht sich von selbst. Denn Carlhanns Damm ist kein Mann, der zweite Plätze akzeptiert. Wer war der erste Atlantiküberflieger und wer der erste Mann auf dem Mond? Und wer war die Nummer zwei? Der Grenzgänger Damm ist sich nur allzu bewußt, daß lediglich Spitzenleistungen zählen und auf Dauer Bestand haben werden. Solche Spitzenleistungen wurden Damm und seinen Mitarbeitern bei AEG Hausgeräte schon mehrfach bescheinigt. Zum einen konnte das Unternehmen im schwierigen Markt für Hausgeräte eine sehr ordentliche Performance hinlegen und nicht nur in Deutschland, sondern auch in Europa eine Spitzenposition erreichen. Der Deutsche Marketingpreis 1990, der Titel „Ökomanager 1993“, verliehen vom WWF und der Zeitschrift Capital, der Deutsche Sponsoringpreis 1994 und viele weitere Anerkennungen säumen den Weg von Carlhanns Damm. Wobei er selbst zwar im Zentrum steht und spiritus rector aller Aktivitäten ist, sich aber gerne zurücknimmt, „um die 10.000 Mitarbeiter des eigenen Unternehmens zu ehren, durch deren Leistung solche Auszeichnungen erst möglich geworden sind“. Ungewöhnliche Leistungen und ungewöhnliche Verbindungen kennzeichnen die Ar- beit des in Aachen geborenen, in Bad Godesberg aufgewachsenen und nun im Bergischen Land lebenden Managers. Er wird sowohl von Rudolf Scharping gefragt, wenn im Forum Wirtschaft von der SPD zukünftige Entwicklungen mit Unternehmensvertretern diskutiert werden, als auch von Bundesministern der Regierung Kohl um Einschätzungen gebeten. Als Mitinitiator des „Ökologischen Marshallplanes“ und des „European Business Council for a Sustainable Energy Future“ hat er es sich zur Aufgabe gemacht, Vertreter verschiedener Parteien und Disziplinen zum Wohle des Ganzen und wegen eines rascheren Fortschrittes an einen Tisch zu bringen. Und Carlhanns Damm fördert mit der Initiative „Kunstpreis Ökologie“ seit 1988 die gerade in den vergangenen Jahren etwas ins Abseits gedriftete junge und unbequeme Kunst, der in wirtschaftlich schwierigen Zeiten die Sponsoren, Mäzene und Förderer fehlen. Zusammen mit Schirmherrin Hannelore Kohl hat er diese Initiative in den deutsch- sprachigen Ländern etabliert und zu einer Institution werden lassen. Carlhanns Damm sucht dennoch ständig den Kontakt zu Mitarbeitern am Fertigungs- band, zu den Betriebsräten, zu Umweltschützern, zu Studenten. Deren Ansichten und Probleme relativieren so manchen scheinbar unverzichtbaren anderen Termin, obwohl das Netz der Verpflichtungen zumal nach Übergang in den Electrolux- Konzern unerbittlich dicht geflochten ist.

Foto: Menstyle
Lediglich an irgendeinem Abend am meist schon wieder durch Verpflichtungen beschnittenen Wochenende gönnt sich Damm beschauliche Momente. Auf einer der Weiden der von ihm mit Hingabe gezüchteten Islandpferde, am Fischteich oder mitten in seinem Rudel Damwild sitzend, verarbeitet der Workaholic die Eindrücke und Anforderungen, die mit hoher Frequenz ständig auf ihn einstürmen.

Foto: Menstyle
Der Vater von zwei mittlerweile erwachsenen Söhnen besitzt auch noch eine Werbeagentur, die mit Sitzen in Frankfurt und Koblenz sowie 60 Mitarbeitern rund 60 Millionen DM Billings zu verzeichnen hat und seit Jahren von Geschäftsführern erfolgreich weitergeführt wird. Gedanken ans Aufhören bei einem Endfünfziger? Die scheinen unwahrscheinlich. Für den Tatmenschen Carlhanns Damm ist jedes Ende ein neuer Anfang, stirbt die Raupe nur, um zum Schmetterling zu werden, heißt Vergehen neues Leben. So wie es die Natur ihm in solchen ruhigen Stunden, die er gerne unter freiem Himmel verbringt, immer wieder zeigt, wenn der Tag zur Nacht wird und der laue Sommerabend zu später Stunde schon herbstliche Kühle ahnen läßt. Mit ungebrochener Vitalität sind neue Aufgaben zu bewältigen: Ein gutes Jahrzehnt hat es gedauert, um neues Denken, neue Verhaltensweisen, neue Produkte und neue Managementmethoden bei AEG Hausgeräte unumkehrbar zu installieren.
Foto: Menstyle
Nun braucht es eine Phase der Konsolidierung, ohne daß dabei der Innovationsdruck nachläßt. Die neue Generation, die nun von den Hochschulen in die Unternehmen drängt, will Leitfiguren erleben. Männer wie Carlhanns Damm, die ohne allzu viele Worte wissen, wo es langgeht, und die auf diesem Weg, wie unbequem er auch immer sein mag, zielstrebig weiter vorangehen.