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Horst Knauf - ein begnadeter Künstler

Text | Personen | 01.01.1950

Von Rolf Knauf und Johan Steenhoek

01.01.1950 Oberbergische Straße 2, Perseifen

In Perseifen lebte der hochbegabte Künstler Horst Knauf. Mit seinem enormen Arbeitsdrang schuf er eine beeindruckende Vielzahl von Kunstwerken. Nicht nur seine Gemälde, sondern auch die von ihm gestalteten Rahmen waren eigenständige Kunstobjekte.

 

Fragmente eines Bilderrahmen

Horst Knauf wurde am 22.12.1950 in Kaarst geboren und starb am 25.02.2006 an Krebs in seinem Haus in Perseifen. Er wurde anonym auf dem Friedhof in Öttershagen in einem namenlosen Grab beigesetzt.   

In der Todesanzeige stand folgender Spruch von Horst: „Es fällt ein Stern vom Himmel, und keiner hat es bemerkt.“ Dieser Satz ist ein eindrucksvoller Beleg für seine Doppelbegabung als Maler und Lyriker.

Der im Alter von nur 56 Jahren verstorbene Künstler erlernte seine künstlerischen Fähigkeiten Anfang der 1970er-Jahre an der Privatschule Strahn in Düsseldorf.  Die Privatschule Strahn war keine allgemeinbildende Privatschule, sondern eine private Kunst- und Malschule des Malers und Kunstpädagogen Jo Strahn in Düsseldorf-Niederkassel. Sie genoss insbesondere in der Nachkriegszeit einen ausgezeichneten Ruf und war staatlich anerkannt. Viele angehende Künstler besuchten sie als Alternative oder Vorbereitung für die Kunstakademie Düsseldorf. Nach der Trennung seiner Eltern unterstützte ihn seine Mutter bis zum Abschluss seiner Ausbildung. Nach seiner Ausbildung arbeitete er als freischaffender Künstler und verzichtete bewusst auf die Vermarktung seiner Werke über Galerien – ein für die damalige Zeit außergewöhnlich mutiger Schritt.

Bereits als Kind war Horst sehr umtriebig. Schon im Mutterleib hatte er sich das Gesicht zerkratzt. Rolf Knauf, der ältere Bruder von Horst, erinnert sich daran, dass Horst sehr lernbegierig war und sich neue Fähigkeiten außergewöhnlich schnell aneignete. Rollschuhfahren lernte er in nur zwei Tagen, Skifahren innerhalb einer Woche – weitgehend ohne Hilfe, wenn auch nicht ohne die entsprechenden Verletzungen. Für ihn galt stets das Motto: Hauptsache geschafft.

Gemeinsam mit seiner 26 Jahre älteren Frau Jutta, geb. Ridder, zog Horst Knauf Anfang der 1980er-Jahre nach Windeck. Dort erwarb das Ehepaar das Haus in der Oberbergischen Straße 2 in Perseifen, eine ehemalige Bäckerei. In der alten Backstube richtete er sein Atelier ein. Dort befand sich auch eine große Druckpresse, mit der er seine Grafiken und Druckarbeiten anfertigte. Mit großer Beharrlichkeit und nahezu manischem Fleiß entwickelte er hier seine eigenwilligen bildnerischen Kompositionen. 

Oberbergische Straße 2, Perseifen

 

Horst und Jutta Knauf

Seine künstlerische Begabung erstreckte sich über eine außergewöhnliche Vielfalt an Techniken. Er beherrschte Grafik, Feder-, Pinsel- und Kreidezeichnung, Aquarellmalerei, Radierung, Metallplastik und Skulptur. Darüber hinaus schuf er Material- und Ölbilder, Hinterglasmalereien sowie Monotypien – ein künstlerisches Druckverfahren, bei dem jeweils ein einzigartiger, nicht reproduzierbarer Abdruck entsteht.

 

Pflanzen- und Tierwelten spielen in Knaufs Arbeiten eine zentrale Rolle. Im Zusammenspiel mit fantastischen Gestalten und geheimnisvollen Bauwerken entstehen faszinierende Brücken zwischen skurril-fantastischen und romantisch-verspielten Erlebniswelten. Poesie und die Dimension des Traumes prägen sein Werk. Sie stehen für Knaufs Wunsch, das Geheimnisvolle der Welt nicht nur darzustellen, sondern die verborgene Wirklichkeit hinter ihrer gewöhnlichen Oberfläche sichtbar zu machen. Horst Knauf war Mitglied im Künstlerverein Malkasten in Düsseldorf.

 

 

Skulptur aus Gips

 

Skulptur aus Gips

Preise und Auszeichnungen, Presse und Öffentlichkeit 1976 Verleihung des „Silbernen Federkiels für Lyrik“ durch den Deutschen Schriftstellerverband. 1979 WDR-Rundfunksendung mit Ausschnitten aus einer Dichterlesung im Kreismuseum in Zons bei Düsseldorf. Ausstellungen fanden unter anderem in Düsseldorf, Kaarst, Köln, Duisburg, Neuss, Neukirchen, Vluyn, Hilden, Hagen, Meerbusch, Dormagen, Berlin und Koblenz sowie zahlreich im eigenen Haus in Windeck-Perseifen statt. Horst Knauf veröffentlichte sechs Bücher, in denen er Grafiken mit Lyrik verband. Sein künstlerischer Nachlass ging zunächst in den Besitz seiner Frau Jutta über, die ihn sorgfältig bewahrte, ohne ihn der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Erst nach ihrem Tod wurde das Werk wieder sichtbar. Im ehemaligen Wohnhaus der Familie Knauf in Perseifen fanden Verkaufsausstellungen statt, die von seinem Bruder Rolf sowie von Freunden von Horst und Jutta organisiert wurden.

Ölgemälde mit einem von Horst gefertigten und bemalten Rahmen

Weitere Skulpturen von Horst Knauf

 

 


Oberbergische Str. 2, Windeck